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Hochschule
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Studenten fühlen sich überfordert

Fotoquelle: PsFo-Archiv Foto: Der Dachverband der Studentenwerke schlägt Alarm und fordert erneuten Handlungsbedarf im Bologna-Prozess.
 


Näheres zum Thema:
www.his.de
www.studentenwerk.de

Studenten im Bachelor oder Master sind immer stärker frustriert, weil der Leistungsdruck enorm gestiegen ist. Durch die Verkürzung der Studiensemester, seien die Lehrpläne mit den angeschlossenen Modulen „überfrachtet“. Einige Studenten stoßen dabei an ihre Leistungsgrenzen, versagen durch den Disstress in Prüfungen und müssen ihr Studium ohne Abschluss abbrechen. Der Dachverband der Studentenwerke schlägt Alarm und fordert Handlungsbedarf.

Die Bologna-Reform feiert in diesem Jahr ihren zehnten Geburtstag, dennoch ist vielen Studenten zum Feiern nicht zumute. Die enorme Stressbelastung gerade im Bachelor-Studium hat bereits in diesem Sommer viele Studenten auf die Straße zum Bildungsstreik in größeren Universitätsstädten bewegt, um den Ärger und Frust aus ihrem Studium Luft zu machen.

Nach Ansicht von Florian Keller des Dachverbands der Studentenschaft in Deutschland sei die „Umstellung“ der Studiengänge vom klassischen Diplom oder Magister auf Bachelor und Master „übers Knie gebrochen worden. Er beklagt, dass die Reform „zu schnell umgesetzt wurde, aber ohne Rücksicht auf Verluste“ zu nehmen. Dabei seien gerade die neuen Studienanfänger der letzten vier bis fünf Jahre nicht zu bemitleiden, denn sie dürften sich in den Augen von Keller „wie Versuchskaninchen“ vorkommen.

Viele Bildungsexperten kritisieren, dass durch die Verkürzung der Studienzeit die Lehrpläne im Bachelor oft überfrachtetet werden. Dabei hat der „Druck zugenommen“, wie es Achim Meyer auf der Heyde vom Deutschen Studentenwerk in Berlin kritisch beobachtet. Der Disstress unter Studenten wächst und mit ihr die Angst zu versagen. Gerade die Studentenwerke an den Universitäten bemerken in ihren sozialen Beratungsstellen, dass immer häufiger Studenten Hilfe wegen psychischer Probleme im Bereich der Versagens – und Prüfungsangst suchen.  Das Deutsche Studentenwerk fordert „aktiven Handlungsbedarf“.

Den Handlungsbedarf hat die Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) bereits eingesehen und fordert „die Lehrpläne zu entschlacken“. Auch Professorin Margret Wintermantel von der Hochschulrektorenkonferenz in Bonn ist sich der kritischen Lage der Bachelor-Studenten bewusst, dass an einigen Hochschulstandorten die Prüfungslast zu hoch und Studienpläne zu eng geplant seien.

Für Studenten, die bereits mehrere Semester im Bachelor studieren, kommt die Einsicht der Politik zu spät. Durch den linearen Modulaufbau bei den Studieninhalten im Bachelor können Studenten in höheren Semestern nicht mehr profitieren. „Sie müssen sich durch die jetzigen Lehrpläne und den Prüfungen kämpfen“, so Achim Meyer auf der Heyde.

Für 30 Prozent aller Studienanfänger im Bologna-Prozess ist jegliche Veränderung in den Bachelor-Studiengänge zu spät, den sie brachen gleich in dem ersten oder zweiten Semester ihr Studium ab. Diese Zahl ermittelte das Hochschulinformationssystem (HIS) im Jahre 2007 mit bundesweiten Befragungen an über 8.500 Studenten und sie fanden auch heraus, dass 64 Prozent der Studenten an Universitäten und 55 Prozent an der Fachhochschule die Überfrachtung von Studieninhalte in einem jeweiligen Semester beklagen.

 

Orginalfassung: ©psfo 2009 (D. Küchmeister)


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