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<  Entwicklungspsychologie  ~  Was beeinflusst unsere Entwicklung? (VHS)
VHS-NB
BeitragVerfasst am: 04.10.2005, 21:17  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 28.09.2005
Beiträge: 2

Hallo,

in unserem Kurs haben wir zwischen folgenden Faktoren unterschieden:
1. Genetische Prädisposition
2. pränatale Einflüsse
3. frühe Erfahrungen
4. Sozialer Einfluss
5. Kultur

Um die Diskussion in Gang zu bringen, werfe ich einfach mal zwei Fragen in die Runde:

1. Fällt jemanden noch ein weiterer Einflussfaktor ein?
2. Was glaubt ihr, ist der stärkste Faktor, der unsere Entwicklung beeinflusst?

Gruß

NB

_________________
Der Rest ist nur Sand.
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Master24
BeitragVerfasst am: 08.10.2005, 23:44  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 12.01.2005
Beiträge: 1198
Wohnort: Köln

Hallo VHS-NB,

und vielen Dank, dass Du dich mit dieser interessanten Diskussionsanregung an dieses Forum wendest. Nun, gleich zu den Fragen:

VHS-NB hat Folgendes geschrieben:
1. Fällt jemanden noch ein weiterer Einflussfaktor ein?


Ihr habt ja schon sehr differenziert. Doch deckt "frühe Erfahrungen" auch den gesamten Bereich der Erziehung (elterliche, schulische, zwischenmenschlich-freundschaftliche) ab?

In diesem Sinne zur nächsten Frage:

VHS-NB hat Folgendes geschrieben:
2. Was glaubt ihr, ist der stärkste Faktor, der unsere Entwicklung beeinflusst?


Die Entwicklung eines Menschen und des menschlichen Daseins des Einzelnen ist meiner Erfahrung nach auf einem bestimmten Prinzip gestützt. Im Grunde nämlich, ist der Mensch ein Wesen, welches Entscheidungen treffen muss. Ständig.

Darum setzt er Werte fest, sollte im Laufe eine vollständige persönliche Wertevorstellung erkannt haben und somit Sicherheit in Entscheidungsfragen gefunden haben. Diesen Prozess dorthin ist meiner Auffassung nach genau mit den von Euch getroffenen Differentierungen verbunden, eben dies alles beinflusst einen Menschen.

Der stärkste Faktor ist der Beginn der wertefestsetzenden Erfahrungen, die ab einem Geisteszustand geschehen, in der man dauerhaft bewusst auf eine Art und Weise wahrnimmt, dass sich dieser Informationsgehalt des Erlebten gemerkt werden kann. Dies kann im frühestens Kindesalter oder vorher schon der Fall sein, stellt sich aber meines Erachtens ungefähr im siebentem Lebensjahr ein.

Ab hier fängt der Mensch den Prozess an, der unabhängig vor der genetischen Anfälligkeit für bestimmte Wertevorstellungen und Handlungsweisen nach diesen geschieht und absolut über den triebhaft gesteuerten Lebens- und Überlebensmechanismus des Menschen hinausgeht.

Und dies ist der Punkt, in denen Dinge wie Freundschaften und Erziehung durch Eltern bzw. elterliche Bezugspersonen eine besondere Wichtigkeit zukommt. Denn gerade im gesellschaftspsychologischen Bereich beginnt hier eine besondere Entwicklung. Der Mensch lernt und wird gelehrt, wie man mit anderen Menschen umgehen soll. Er lernt Zwischenmenschlichkeit und bekommt bestenfalls ein Gefühl für soziale und emotionale Kompetenzen. Dies sind Dinge, die für Erziehende unbedingt Konsenz sein sollte!

Und dies ist es, was dann erst im sozialen Einfluss später zur Geltung kommt. Denn, wer den Umgang mit Menschen nicht von Menschen gelernt hat, ist im Umgang mit Menschen - verständlicherweise - zumindest unsicher, wenn nicht sogar ängstlich. Letzteres führt meines Erachtens dann zu Zuständen, die oftmals sogar hier im Forum berichtet werden: Vereinsamung, gerade im Jugendalter und in der Pubertät vermehrtes Aufkommen von Hass und Selbsthass bishin zu Vorstellungen, die das Leben als nicht lebenswert darstellen und somit suizidal gesehen äußerste Gefährlichkeit zeigen lassen.

Natürlich sind die Einschätzungen und Differentierungen richtig und es sind weitaus mehr als nur diese Faktoren, die das Wesen eines Menschen formen. Aber im Wesentlichen sind elterliche Erziehung (nicht schulische) und der erste Umgang mit Menschen, die nicht der Familiengemeinschaft angehören, meines Erachtens die wichtigsten Faktoren, die der Bildung eines gemeinschaftspsychologisch wohlgeformten Menschen beitragen.

Gegenteiligen Meinungen bin ich gern aufgeschlossen.

Mit freundlichen Grüßen

_________________
Es kann nicht Sinn und Zweck der Dinge sein, jemanden einfach nur einen Rat zu erteilen. Es geht darum, andere Ansichten zu vermitteln und insbesondere durch Befragung zu einer eigenen, neuen Einschätzung seiner Situation anzuregen.
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Shanti
BeitragVerfasst am: 09.10.2005, 01:30  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 12.05.2005
Beiträge: 877
Wohnort: Magde..town

Hi,

Zitat:
1. Fällt jemanden noch ein weiterer Einflussfaktor ein?
2. Was glaubt ihr, ist der stärkste Faktor, der unsere Entwicklung beeinflusst?


Ja, liebevolle Zuwendung


mfG Shanti

_________________
"Wenn ich mich wegen meiner "Fehler & Schwächen" nicht akzeptieren kann, wie soll ich mich dann ändern können?"
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Monika
BeitragVerfasst am: 09.10.2005, 08:45  Antworten mit Zitat
Mitarbeiterin


Anmeldungsdatum: 11.01.2005
Beiträge: 3087

Zitat:
1. Fällt jemanden noch ein weiterer Einflussfaktor ein?
2. Was glaubt ihr, ist der stärkste Faktor, der unsere Entwicklung beeinflusst?


Ja, die eigene Persönlichkeit. Die halte ich auch für den stärksten Einflussfaktor.

(Oder sollte sich das unter dem Begriff "Genetische Prädisposition" verbergen? Für mein Begrifssverständnis eher nicht...)
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AndiR
BeitragVerfasst am: 25.02.2009, 09:53  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 25.02.2009
Beiträge: 2
Wohnort: Glauchau

Die angeführte Sichtweise ist sicherlich nur eine Perspektive.
Folgende Faktoren sind mir aus Sicht einer transaktionalen Beziehung bekannt:

1. Endogene Faktoren (vor allem genetische Faktoren)
2. Exogene Faktoren (pränatal, sozialer Einfluss)
3. Autogene Faktoren (Erfahrungen, Persönlichkeit)

Das ganze liese sich dann aber auch noch in Form des Perspektivdreiecks sehen (siehe Keller, 1998)

Im Endeffekt geht es vielleicht nicht um die genauen Faktoren, sondern welche Faktoren den Großteil der menschl. Entwicklung genau beschreiben können.

Ich denke, das endogene, exogene und autogene Faktoren je nach Phase der Entwicklung relativ gleichwertig Einfluss auf unsere Entwicklung hat, wobei die Wirkung des endogenen Faktors mit dem Alter abnimmt und die des autogenen Faktors zunimmt.
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f.j.neffe
BeitragVerfasst am: 06.04.2009, 12:59  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 27.02.2009
Beiträge: 121
Wohnort: Pfaffenhofen

Was beeinflusst unsere ENTwicklung entscheidend? Als Ich-kann-Schule-Lehrer meine ich:
+ die ENTdeckung unserer VERwicklungen
+ die ENTdeckung, DASS man sich selbst ENTwickeln kann und nicht weiter VERwickeln muss
+ die ENTdeckung der uns VERdeckten GESETZE, WIE man sich ENTwickeln kann
+ die ENTdeckung, IN WELCHEM GEISTE man sich ENTwickeln kann.
Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe, DCI

_________________
"Immer wenn ich nichts im Kopf habe, ist die Gefahr besonders groß, dass mir was einfällt." fjn
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fee-berlin
BeitragVerfasst am: 06.04.2009, 14:59  Antworten mit Zitat



Anmeldungsdatum: 30.03.2009
Beiträge: 39
Wohnort: Berlin

Monika hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
1. Fällt jemanden noch ein weiterer Einflussfaktor ein?
2. Was glaubt ihr, ist der stärkste Faktor, der unsere Entwicklung beeinflusst?


Ja, die eigene Persönlichkeit. Die halte ich auch für den stärksten Einflussfaktor.

(Oder sollte sich das unter dem Begriff "Genetische Prädisposition" verbergen? Für mein Begrifssverständnis eher nicht...)



@Monika: sofern es die angeborenen Anteile der Persönlichkeit betrifft, so fällt das sicher unter genetische Prädisposition.
Die Frage war doch: was beeinflusst unsere Entwicklung, also auch die Entwicklung der Persönlichkeit.
Du kannst doch nicht die eigene Persönlichkeit als Faktor zur Entwicklung der Persönlichkeit angeben? irgendwie unlogisch...oder?

@Fragesteller: Ich glaube der wichtigste Faktor ist die Art und Weise des sozialen Kontaktes zu den Bindungspersonen im ersten Lebensjahr des Menschen. Also: Körperkontakt viel/wenig, wird das Kind herumgetragen, wird es gestillt, werden seine Bedürfnisse zuverlässig erfüllt, wird mit dem Kind gesprochen, werden seine Sinne ausreichend angeregt, usw.
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