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| < Medikamente ~ Bleibende Sexualstörungen durch SSRI/SNRI (PSSD) |
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Verfasst am:
24.11.2009, 20:54
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Anmeldungsdatum: 24.11.2009
Beiträge: 4
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Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) verursachen während der Einnahme bei sehr vielen Leuten Sexualstörungen. Dies ist weithin bekannt und steht auch in der Packungsbeilage. Was jedoch nur die wenigsten wissen und wovor auch nirgends gewarnt wird: Die sexuellen Störungen verschwinden bei einigen Personen auch nach dem Absetzen des SSRI nicht.
Nebst SSRI können mindestens auch SNRI (Selektiver Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer) und eventuell SSRE (Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Erhöher [Stablon]) bleibende Sexualstörungen verursachen.
Dieser Medikamentenschaden läuft unter der Bezeichnung PSSD (Post-SSRI Sexual Dysfunction, übersetzt: Post-SSRI sexuelle Funktionsstörung). Folgende Symptome sind typisch für PSSD (brauchen nicht alle zusammen vorhanden zu sein, oft sind es aber mehrere davon):
- verminderte oder nicht vorhandene Libido
- Impotenz oder reduzierte Vaginalbefeuchtung
- Schwierigkeiten, eine Erektion oder sexuelle Erregung hervorzurufen oder aufrechtzuerhalten
- andauernde genitale Erregungsstörung trotz fehlender sexueller Erregtheit
- schwacher, verspäteter oder fehlender Orgasmus (Anorgasmie)
- Orgasmus ist weniger oder überhaupt nicht befriedigend (ejakulatorische Anhedonie)
- vorzeitiger Orgasmus
- verminderte Empfindlichkeit des Penis, der Vagina oder der Klitoris
- genitale Gefühlstaubheit
- keine oder verminderte Reaktion auf sexuelle Reize vermindertes Sperma-Volumen
- Dauererektion (Priapismus)
- verminderte Emotionen (negativ/positiv)
PSSD kann nach dem Absetzen des SSRI Wochen, Monate, Jahre und länger andauern. Die genaue Ursache von PSSD ist noch nicht definitiv bekannt. Momentan deutet aber vieles darauf hin, dass SSRI das Gehirn auf genetischer Ebene permanent verändern (und zwar u.a. die Serotonin-Rezeptoren). Bei Nagetieren zumindest wird dieser Defekt erwiesenermassen vererbt. Es ist dvon auszugehen, dass es sich beim Menschen gleich verhält. Es besteht somit die reelle Gefahr, dass PSSD auf die Kinder übertragen wird.
Wie häufig PSSD eintritt, ist ebenfalls nicht ermittelt. Es handelt sich jedoch definitiv nicht um absolute Einzelfälle; dafür gibt es einfach zu viele PSSD-Leidende. Zum Glück scheint aber nur eine Minderheit betroffen zu sein. Die grosse Mehrheit der Ärzte weiss nichts von PSSD. In aller Regel wird einfach angenommen, die Sexualstörungen seien pychischer Natur. Das trifft teilweise sicher auch zu, aber nicht bei PSSD - einem neurologischen Problem.
In der Forschung ist die Existenz von PSSD mittlerweile auch anerkannt. Es existieren zahlreiche wissenschaftliche Studien, die PSSD belegen (vgl. dazu den Wiki-Artikel). Leider dringt dieses Wissen gar nicht, bzw. viel zu langsam an die Öffentlichkeit. Man lernt normalerweise erst von PSSD, wenn es schon zu spät ist. Nebst weitergehender Forschung ist es deshalb dringend nötig, die
Leute über PSSD aufzuklären.
Momentan sind keine Therapien/Heilmittel bekannt, die PSSD beheben. Immerhin erholen sich einige Betroffene mit der Zeit von alleine und anderen helfen bestimmte Substanzen (Vitamine, Aminosäuren, Heikräuter). Zudem sind Experimente mit Nagetieren im Gange, die zu vorsichtigem Optimismus Anlass geben
(http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19435548?ordinalpos=130&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_
ResultsPanel.Pubmed_DefaultReportPanel.Pubmed_RVDocSum).
Es geht uns nicht um Angstmacherei oder Antidepressiva-Bashing, sondern darum, dass die Leute eine informierte Entscheidung treffen können, wenn es um SSRI & co. geht. Und PSSD ist nun mal ein möglicher Folgeschaden. Dass das Wissen um PSSD Personen vor sehr schwierige Abwägungen stellen kann, ist unbestritten; aber die Realität lässt sich nicht ändern. Um unsere Selbstverantwortung als Patienten wahrnehmen zu können, müssen wir wissen, was wir uns überlegen, einzunehmen.
Wir haben vor kurzem eine deutschsprachige Selbsthilfe-Gruppe für PSSD-Betroffene gegründet.
Sie findet sich unter http://de.groups.yahoo.com/group/SSRIsex_German/ Wir würden uns sehr freuen, wenn Personen, die unter sexuellen Problemen nach dem Absetzen von Antidepressiva leiden, beitreten würden. So können wir uns austauschen und zusammen nach Lösungen suchen. Die Seite ist noch im Anfangsstadium. Wir haben aber vor, nach und nach einige Dokumente aufzuschalten. Vor allem jedoch
hoffen wir auf neue Mitglieder, um gemeinsam die Sache anzugehen.
Unser Vorschläge an alle, die etwas in Sachen PSSD unternehmen möchten:
- Ärzte (v.a. Psychiater und Neurologen) auf die Problematik ansprechen, am Besten unter Vorlage des
Wiki-Artikels, der auf Fachliteratur verweist.
- Wenn ihr jemanden kennt, der von PSSD betroffen ist oder es sein könnte: Bitte auf PSSD aufmerksam machen.
- Wenn ihr selber an PSSD leidet, es eventuell auch noch den Arzneimittelbehörden melden.
Achtung! Bitte auf Grund dieses Beitrags ja nicht die Behandlung mit SSRI abbrechen!!! Wenn überhaupt sollte dies stets mit der behandelnden Fachperson abgesprochen werden und allenfalls langsam geschehen. Im Übrigen könnte ein zu schnelles Absetzen die Entstehung von PSSD unter Umständen sogar begünstigen, nebst allen anderen z.T. gefährlichen Nebenwirkungen.
Noch ein paar Links zu PSSD:
- http://de.wikipedia.org/wiki/PSSD informativer deutschsprachiger Wikipedia-Eintrag
- http://de.groups.yahoo.com/group/SSRIsex_German/ deutschsprachige Selbsthilfe-Gruppe
- http://health.groups.yahoo.com/group/SSRIsex/ englischsprachige Selbsthilfe-Gruppe
Freundliche Grüsse |
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Verfasst am:
09.12.2009, 02:02
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Anmeldungsdatum: 24.11.2009
Beiträge: 4
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nach der ersten einnahme wurde mir eiskalt am körper, ich wurde saumüde. mein bestes stück hat sich zusammengezogen und wurde eiskalt/gefühlstaub; ich hatte extrem geweitete pupillen, war immer irgendwie neben der spur, hatte manchmal extremes kribbeln über den ganzen körper, später mit bluthochdrück und drückendes gefühl in der lungengegend, nachts extremes schwitzen( mein ganzes bett war nass), ich wurde total emotionslos( mein opa lag im krankenhaus mit krebs... hat mich kalt gelassen), teilweise bewegungsstörungen, keine freude mehr über gutes essen, kino, spiele, party... irgendwie alles einheitsbrei, keine erotischen gedanken mehr kein bedrüfniss mehr nach liebe... einfach ein gefühlsloser zombie.
meine persönliche vermutung:
unser serotoninspiegel war vollkommen normal (depressionen können verschiedene ursachen haben siehe radiobeitrag) wenn nicht sogar erhöht. die zusätzliche erhöhung durch den wiederaufnahme hemmer des serotonins hat die konzentration im synaptischen spalt so stark erhöht das die darunterliegenden rezeptoren föllig überreizt wurden. die autorezeptoren 5ht1a etc. haben mit einer downregulation reagiert. dieser "schaden" kann nicht behoben werden, da diese autoreceptoren nur nachgeschaltet sind. zusätztlich werden auch die 5ht2a rezeptoren im zentralen nervensystem verringert(weniger angst, emotionen etc.) sind die folge.
wofür die einzellnen rezeptoren gut sind und was sie mit deinem befinden sowie körperfunktionen zu tun haben kannst du hier nachlesen.
http://en.wikipedia.org/wiki/5-HT_receptor#Subtypes
was bei der einnahme von ssri in deinem kopf passiert hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Serotonin-Wiederaufnahmehemmer#Neurophysiologische_Adaption
das der pharma das problem bekannt ist hier:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19435548?ordinalpos=130&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_DefaultReportPanel.Pubmed_RVDocSum
vergleiche einmal die rezeptoren und die hier aufgeführten nebenwirkungen.
http://en.wikipedia.org/wiki/Ssri#General_side_effects
wie ein sertoninsyndrom aussieht und was da alles passiert, ich hab persönlich nachts zb. derbe geschwitzt, drückendes gefühl in der lunge.
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/uploads/pics/tit-berg05-47_ID5243_24632.jpg
http://en.wikipedia.org/wiki/Serotonin_syndrome
ein interessanter beitrag über antidepressiva im deutschlandfunk, empfehlenswert!
http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=1&broadcast=179926&datum=20091115&playtime=1258299001&fileid=111d5551&sendung=179926&beitrag=1065917&/
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/1065917/
endronax ( reboxetin ) ist übrigens wirkungslos
http://iqwig.de/index.981.html
ich persönlich habe das medikament(citalopram) genommen ohne zu wissen das dies passieren könnte (pssd). ich habe über ein jahr lang, auch noch nach der einnahme gedacht das ich sowas wie eine depressive phase hatte und deshalb meine libido so im keller war und ich keine richtige erektion bekam( oder nur bei direkter berührung ). keine erotischen gedanken nix. die hatte ich vor der einnahme egal wie beschiessen ich mich gefühlt habe ! daraufhin fand ich diese selbsthilfe gruppe mit mitlerweile über 2200 mitgliedern. da ich kein englisch genie bin habe ich mit teephos selber eine eigene gruppe aufgemacht. heute versuchen wir eine lösung für das problem zu finden, sowie einen guten interessierten neurologen.
wer die kraft aufbringen kann. ihr seid herzlich willkommen.
http://de.groups.yahoo.com/group/SSRIsex_German/
schöne grüße |
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Verfasst am:
16.12.2009, 00:02
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Anmeldungsdatum: 07.12.2009
Beiträge: 10
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| Interessantes Thema. Seit ca.einem halben Jahr nehme ich kein Fluoxetin mehr. Habe habe ungefähr vor einem Jahr festgestellt das bei mir jegliches Sexuelle Interesse verschwunden ist. Habe aber bisher beides noch nicht in einem Zusammenhang gesehen. Fluoxetin gehört soweit ich weiß auch zu den SSRI. |
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Verfasst am:
16.12.2009, 02:16
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Anmeldungsdatum: 24.11.2009
Beiträge: 4
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| blue hat Folgendes geschrieben: | | Interessantes Thema. Seit ca.einem halben Jahr nehme ich kein Fluoxetin mehr. Habe habe ungefähr vor einem Jahr festgestellt das bei mir jegliches Sexuelle Interesse verschwunden ist. Habe aber bisher beides noch nicht in einem Zusammenhang gesehen. Fluoxetin gehört soweit ich weiß auch zu den SSRI. |
Hey blue
Danke erstmal für deine Antwort!
Bei mir war es ähnlich, ich habe vor der Einnahme von Citalopram, trotz Depriphase, eine ausgeprägte Libido gehabt. Erst mit der SSRI - Medikations haben die "Probleme" angefangen und leider bis heute auch nicht wieder aufgehört...
Schöne Grüße
PS: Ich wurde darauf hingewiesen einmal die Betroffenen Medikamente aufzulisten (wer sich nicht sicher ist guckt seinen Wirkstoff bei Wikipedia nach)
Als Generika bezeichnet man ein Arzneimittel, das eine wirkstoffgleiche Kopie eines bereits unter einem Markennamen auf dem Markt befindlichen Medikaments ist.
SSRI:
* Citalopram (Cipramil®,CitaLich®,Citalogamma®,Citalon®,Futuril ®,zahlreiche Generika)
* Escitalopram (Cipralex®)
* Fluoxetin (Fluctine®,Fluxet®, Generika,)
* Paroxetin (ParoLich®,Paroxalon®,Paroxat®,Seroxat®, Generika)
* Sertralin (Zoloft®, Generika)
* Fluvoxamin (Fevarin®, Generika)
* Trazodon (Trittico®, Generika)
SNRI:
* Atomoxetin (Strattera®, Indikation: ADHS)
* Reboxetin (Edronax®)
* Maprotilin (Ludiomil®) |
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Verfasst am:
08.03.2010, 13:26
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Anmeldungsdatum: 24.11.2009
Beiträge: 4
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Die Studie an Mäusen zeigt ja das ein starker Antagonist an den 5-HT1a Rezeptoren (Serotonin) eine !visuelle kontrolierte sexuelle Stimulation auslösen und vor einem "Rückfall" schützen.(Genumschreibung)
Das PSSD Problem umfast diesen Bereich sehr stark durch die Fehlende Erregungsweiterleitung wird der Sex als unbefriedigend erlebt.
Durch die Möglichkeit mit einem Antagonisten die Agonistenwirkung des SSRI rückgängig zu machen: heist das Dauerrauschen im synaptischen Spalt, das durch zuviel Serotonin ausgelöst wird, rückgängig machen. Zuviel Signalübertragung (Erregungsweiterleitung) erschwert das gezielte Warnehmen einer Stimulation.
Sehr feine Wahrnehmungsorgane wie die Haut(erogene Zonen), Augen(vissuell), riechen(Pheromone), Psyche(Erregung, Lust) sind dadurch als erstes Betroffen. Das Serotoninsystem verdrängt zusätzlich andere wie zb. Dopamin, durch eine erhöhte Signalstärke werden andere Signale, die an der Nervenzelle anliegen, verdrängt. Dopamin ist wiederrum sehr wichtig für den Orgasmus etc....
Wer glaubt davon betroffen zu sein, kann sich hier viele weiter Informationen anschauen
http://de.groups.yahoo.com/group/SSRIsex_German/ |
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